Ausbildungsplatzangebote vor der Haustür nutzen

Für den Traumausbildungsplatz ist es noch nicht zu spät. Aus diesem Grund startete die Landesfachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ (durchstarten-in-mv.de) am 20. Juli die „Last Minute-Aktion“ für alle, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Sie endet im August 2015. „Unternehmen des Landes haben in diesem Zeitraum die Möglichkeit, ihre noch unbesetzten Ausbildungsplätze deutlich sichtbar im Azubi-Atlas der Internetseite durchstarten-in-mv.de anzeigen zu lassen“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe. „Mit der ,Last Minute-Aktion' wollen wir Unternehmen unterstützen, noch rechtzeitig Auszubildende zu finden und Jugendlichen helfen, einen Ausbildungsplatz in unserem Land zu bekommen. Nutzt die Ferien für die gezielte Suche nach einer geeigneten Ausbildung auf unserem Portal“, so Glawe weiter. Der Minister rief insbesondere auch die Firmen auf, das kostenfreie Portal für die Vermittlung von freien Kapazitäten intensiv zu nutzen.

Duales Ausbildungsangebot in Mecklenburg-Vorpommern nutzen
In Mecklenburg-Vorpommern übersteigt das betriebliche Ausbildungsplatzangebot (9.519) deutlich die Zahl der Bewerber (7.886). Die Zahl der offenen Stellen (4.921) liegt deutlich über der Nachfrage (3.383). „Rein rechnerisch entfallen 1,45 Angebote auf einen derzeit noch unversorgten Bewerber“, betonte Glawe.
Er warb auch für die duale Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. „Gerade in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem 99,5 Prozent aller Unternehmen zum Mittelstand gehören und knapp 70 Prozent aller Umsätze durch kleine und mittlere Unternehmen erwirtschaftet werden, brauchen wir die duale Berufsbildung. Ausbildungsplätze gibt es vor allem im Hotel- und Gaststättenbereich, aber auch der Einzelhandel bietet noch viele freie Ausbildungsmöglichkeiten“, sagte Glawe. So werden nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit noch 383 Köche, 340 Restaurant- und 276 Hotelfachkräfte sowie 271 Kaufmänner/-frauen im Einzelhandel und 215 Verkäufer/-innen gesucht.

Neu: Unternehmen können mit Videos werben - 1.272 Unternehmen im Azubi-Atlas
Um an der Aktion teilzunehmen, können bereits im „Azubi-Atlas“ eingetragene Unternehmen eigenständig ihre offenen Stellen markieren. Dort noch nicht vertretene Firmen sind in drei Schritten angemeldet. In ihren eigenen Profilen können sie ihr Logo, ein Foto und – neu – auch einen Videoclip oder einen Film hochladen. „Damit können die Ausbildungsbetriebe zielgerichtet Azubis für sich gewinnen, ihre Vorteile herausstellen sowie sich als Unternehmen mit Zukunft vorstellen. Die Möglichkeit, auch in kurzen Filmen für sich zu werben, entspricht den aktuellen Nutzungsgewohnheiten der Zielgruppe, Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren.“ Darüber hinaus können ausbildende Firmen mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern alle Informationen und Kontaktdaten einstellen, mit denen sie potenzielle Azubis für sich gewinnen wollen.

Diese Profile sind alle im „Azubi-Atlas“ zu finden. Hier sind gegenwärtig 1.272 Unternehmen mit insgesamt 2.945 Ausbildungsangeboten in 298 Berufen vertreten. Schulabgänger erhalten mit dem „Azubi-Atlas“ die Möglichkeit, gezielt in ihren Wunschregionen nach Ausbildungsberufen und Unternehmen zu suchen. Eine Umkreissuche bietet ihnen die Chance, nicht weitab vom Wohnort einen Ausbildungsplatz zu finden.
Im Fokus stehen duale Berufsausbildungen. Abiturienten erhalten mit dem Portal die Gelegenheit, auf einen Blick auch duale Studiengänge zu erfassen. Hier kann man das Studium an einer Hochschule mit der Berufsausbildung in einem Unternehmen verbinden. Dies bieten immer mehr Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern an.

Wenn der rote Wecker leuchtet - Reinklicken und durchstarten
„Innerhalb der Last Minute-Aktion können die Ausbildungssuchenden im Azubi-Atlas alle Firmen auswählen, die noch einen freien Ausbildungsplatz haben. Diese sind mit dem Last Minute-Symbol, einem roten Wecker, markiert. Zusätzlich werden täglich Last Minute-Unternehmen im Facebook-Kanal (facebook.com/DurchstartenInMV) der Kampagne vorgestellt. Das bietet Firmen wie Ausbildungssuchenden einen zusätzlichen Service“, betonte der Minister.
Seit sechs Jahren werben das Wirtschaftsministerium und die Industrie- und Handelskammern in MV gemeinsam für die beruflichen Perspektiven in MV. Die im Oktober 2009 gestartete Fachkräftekampagne (www.durchstarten-in-mv.de) wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Industrie- und Handelskammern MV finanziert. Seit Start der Kampagne haben 450.000 Nutzer die Website besucht, monatlich sind es rund 4.500.

 

Traumjob gefunden, Beispiel 1
Jemand, der seinen Traumberuf in Mecklenburg-Vorpommern bereits gefunden hat, ist Beatrix Müller aus Pragsdorf bei Neubrandenburg. Die 25-Jährige ist Kauffrau für Versicherungen und Finanzen im Außendienst. „Das ist perfekt“, sagt sie, „denn ich wollte einen Beruf, bei dem ich einen Teil der Zeit im Büro arbeite, aber auch unterwegs bin.“
Nun hat sie schon seit einigen Jahren einen festen Arbeitsplatz in der Versicherungsagentur LVM, ist aber auch oft bei Kunden, führt Beratungsgespräche oder bearbeitet Schadensfälle. „Ganz wichtig ist es in meiner Tätigkeit, dass man mit Menschen umgehen kann“, berichtet sie. „Man hat ja jeden Tag mit unterschiedlichen Leuten zu tun, muss positive wie negative Situationen bewältigen.“
Aus Mecklenburg-Vorpommern wollte sie nie weg. „Denn hier sind meine Familie, Freunde und mein Partner. Es passt alles, auch mit dem Job.“ Mehr noch: Seit einigen Jahren ist sie auch Ausbilderin. „Das hängt damit zusammen, dass ich immer so begeistert von meiner Lehre erzählt habe. Daher beschlossen wir in der Agentur, dass wir wieder einen Azubi aufnehmen und ich dafür den Ausbilderschein mache.“

Eine Durchstarterin aus MV: Beatrix Müller, Kauffrau für Versicherungen und Finanzen aus Pragsdorf. Foto: Dörte Rahming/H2F Kommunikationsagentur Rostock



Traumjob gefunden, Beispiel 2
Jemand, der seinen Traumberuf in Mecklenburg-Vorpommern bereits gefunden hat, ist Martin Dinse aus Rostock. „Mir haben es schon immer Autos angetan“, sagt der 25-Jährige. „Nach dem Abitur wollte ich nie eine Ausbildung machen, weil ich mir dachte, Abiturienten sollten zur Uni gehen. Also hab‘ ich in Wismar fünf Semester BWL studiert. Aber dann ergab sich ein Job im Verkauf, ich habe an der Hochschule aufgehört und gemerkt: Mit Leuten zu arbeiten, zwischen Kunde und Produkt zu vermitteln, zu verkaufen – das ist was für mich.“ Als sich daraufhin eine Lehrstelle zum Automobilkaufmann beim Autohaus Sachs anbot, schloss sich für ihn der Kreis zu den Autos.
Inzwischen berät er Kunden, präsentiert Fahrzeuge und vereinbart Probefahrten. Entgegen dem Ruf von Autohändlern versichert er: „Es gibt keine linken Tricks, Verkaufen ist heutzutage eine Sympathiefrage. Und ich habe eine Verantwortung dem Kunden gegenüber, denn er beruft sich auf alles, was ich ihm gesagt habe.“ Deren Zufriedenheit mit den von ihm betreuten Autos macht seine Ausbildung schon jetzt zum Traumjob.

Ein Durchstarter aus MV: Martin Dinse, angehender Automobilkaufmann aus Rostock. Foto: Dörte Rahming/H2F Kommunikationsagentur Rostock

 

Traumjob gefunden, Beispiel 3
Jemand, der seinen Traumberuf in Mecklenburg-Vorpommern bereits gefunden hat, ist Jennifer Langheinrich. Die 21-Jährige hat Fertigungsmechanikerin gelernt. Ihre Ausbildung schloss sie ein halbes Jahr vorfristig ab und bekam sofort einen festen Job in ihrem Ausbildungsbetrieb LTA Anlagentechnik in Brüsewitz bei Schwerin.
„Zuerst wollte ich Krankenschwester werden, später habe ich eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin angefangen. Aber das war nicht das Richtige für mich – ich wollte lieber was Technisches machen, wo ich mich auch bewegen kann. Ich bastle gern rum, und ich hab auch kein Problem damit, mir die Hände dreckig zu machen. Deshalb hatte ich mich bei der LTA beworben und wurde auch genommen“, erinnert sie sich zurück. Nun ist sie eine junge Frau mit einem Schweißgerät in den ölverschmierten Händen.
„Die Arbeit als Fertigungsmechanikerin ist echt abwechslungsreich, wir sind praktisch Mädchen für alles in einem Metallbetrieb: Wir können zerspanen, sägen, bohren, schweißen, beschichten, montieren, haben auch ein bisschen mit Konstruktion zu tun – das wird nie langweilig.“

Alle Infos unter www.durchstarten-in-mv.de und www.facebook.com/DurchstartenInMV.

Eine Durchstarterin aus MV: Jennifer Langheinrich, Fertigungsmechanikerin aus Brüsewitz. Foto: Dörte Rahming/H2F Kommunikationsagentur Rostock

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