100. Ausbildungsvertrag im grenzüberschreitenden Programm „Cleveres Köpfchen - Główka pracuje“ unterzeichnet

Rudolph: Wer sich heute nur auf andere verlässt, könnte morgen verlassen sein.
Deutschlandweit einzigartiges Programm sichert Fachkräfte für Mecklenburg-Vorpommern

Jubiläum im Programm „Cleveres Köpfchen – Główka pracuje“: In dem deutschlandweit einzigartigen, grenzüberschreitenden Ausbildungsprogramm unterzeichnete am Donnerstag der 100. Auszubildende seinen Lehrvertrag in einem deutschen Unternehmen. „Das Besondere an `Cleveres Köpfchen ́
ist seine grenzüberschreitende Wirkung. Deutsche und polnische Arbeitsverwaltungen kooperieren eng. Eine erfolgreiche Verbindung zwischen deutschen Unternehmen und polnischen Bewerberinnen und Bewerbern wird möglich. So entsteht eine Win-win-Situation: Die deutschen Unternehmen können polnische Jugendliche für eine Ausbildung gewinnen. Und die jungen Menschen aus Polen sammeln in Verbindung mit einer Berufsausbildung in Mecklenburg-Vorpommern Auslandserfahrungen und lernen eine zusätzliche Sprache. So wachsen hier hochmotivierte und top-ausgebildete Fachkräfte heran, die wir in Mecklenburg-Vorpommern dringend brauchen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Dr. Stefan Rudolph bei einer Feierstunde in Pasewalk.

Mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber – Herausforderungen für Unternehmen

Nach Angaben der Greifswalder Agentur für Arbeit waren im Mai 2016 687 freie Ausbildungsplätze in der Region gemeldet. Dem standen 550 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. In Mecklenburg-Vorpommern insgesamt waren Ende Mai bei den Arbeitsagenturen rund 4.000 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Dem standen rund 5.500 offene Lehrstellen gegenüber. „Viele Unternehmen stehen bei der Fachkräftegewinnung vor einschneidenden Herausforderungen. Ein Teil der Lösung ist die Investition in Ausbildung im eigenen Unternehmen. Aber: Das kostet Kraft, Einsatz und manchmal auch zusätzliche finanzielle Mittel. Wir helfen, keine Frage. Und dennoch appelliere ich an die Wirtschaft, in ihren Ausbildungsanstrengungen nicht nachzulassen. So manches Unternehmen, das sich in Fragen der Ausbildung heute nur noch auf andere verlässt, wird morgen verlassen sein“, betonte Rudolph.

Deutsch-polnisches Netzwerk seit fünf Jahren im Programm aktiv

Seit fünf Jahren organisiert die Bundesagentur für Arbeit federführend für die Regionen Vorpommern, östliches Mecklenburg und die polnische
Wojewodschaft Westpommern die Verbindung von Unternehmen zu polnischen Bewerberinnen und Bewerbern, die eine Ausbildung in Deutschland beginnen möchten. In dem Netzwerk engagieren sich die Förder- und Entwicklungsgesellschaft Uecker-Region, die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern, die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, das Wojewodschaftsarbeitsamt Stettin, das Kreisarbeitsamt Police und der Unternehmerverband Vorpommern e.V. In der Feierstunde unterzeichneten in Pasewalk insgesamt 25 junge Menschen einen Ausbildungsvertrag, unter anderem als Gesundheits- und Krankenpfleger, Hotelfachkraft, Kaufmann im Groß- und Außenhandel und Industrie-Isolierer. „Diese besondere Form der Ausbildung fordert ein hohes Engagement aller Beteiligten. Die Jugendlichen starten schon vor der eigentlichen Lehrzeit mit einem Sprachkurs. Die Unternehmen stellen intensive Betreuung zur Verfügung, einen Kümmerer, der als hilfreiche Stütze und erfahrener Begleiter die Auszubildenden betreut. Mein Dank gilt allen am Projekt Beteiligten“, sagte Rudolph.

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