Zukunft im Blick, Heimat im Herzen: Neue Kampagnenbotschafter

Georgina Fock (18) aus Rostock, Lisa Heidebruch (22) aus Pritzier und Martin Sommer (24) aus Mirow sind die neuen Botschafter der Landesfachkräftekampagne Mecklenburg-Vorpommerns „Durchstarten in MV - Dein Land, deine Chance!“. Wirtschaftsminister Harry Glawe und der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin, Hans Thon, haben am 25. November die drei Protagonisten sowie die dazu gehörigen Filme und Plakate in Schwerin vorgestellt (siehe unten).

„Die drei jungen Leute haben ihren ganz individuellen Start ins Berufsleben gefunden, selbstbewusst und authentisch, mit Blick auf die Zukunft und der Heimat im Herzen“, sagte Harry Glawe. „Die drei sind ein Beleg dafür, dass jeder den eigenen Weg finden kann, auch wenn dieser mitunter nicht immer geradlinig verläuft, am besten in MV. Genau das ist das Signal an die Schulabgänger:  informiert Euch, holt Euch Hilfe und verwirklicht Eure Ziele in Eurer Heimat“, so Glawe.

Potenziale des Ausbildungsmarktes besser nutzen
„Es gibt inzwischen viele Möglichkeiten für eine Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Entscheidend ist, diese bei uns im Land zu ergreifen“, erklärte IHK-Präsident Hans Thon. „Die Förderung der Aus- und Weiterbildung muss dabei ein Schwerpunkt in heimischen Unternehmen sein, um Fachkräfte frühzeitig zu binden. Klar ist: Die Fachkräfteentwicklung und -sicherung beginnt schon mit der Ausbildung des Nachwuchses im Unternehmen. Wir merken, dass der Prozess des Umdenkens, Chancen zu nutzen und in MV eine Ausbildung zu absolvieren, stärker wird. Allerdings ist dies noch nicht genügend in den Köpfen verankert. Mit unserer Fachkräftekampagne Durchstarten in MV wollen wir kontinuierlich für berufliche Perspektiven in der Heimat werben“, sagte Thon, der den Unternehmern für ihr Ausbildungsengagement im Land dankte.

„Uns liegt besonders am Herzen, auch junge Schulabsolventen zu unterstützen, denen das Lernen nicht so leicht fällt“, betonte Glawe. Das Beispiel Martin Sommer zeigt, dass bei richtiger Unterstützung alle Möglichkeiten offenstehen. Als Förderschüler wurde dem Mirower zunächst keine ganzheitliche Ausbildung zugetraut. Später hat er seinen Restaurantfachmann als Jahrgangsbester abgeschlossen. „Wir werben deshalb noch stärker für die betriebliche Einstiegsqualifizierung, die Jugendlichen den Start in einen späteren Beruf erleichtert und zugleich Unternehmer mit ihrem potenziellen Fachkräftenachwuchs vertraut macht“, so Glawe weiter.
Im Jahresdurchschnitt nutzen knapp 300 Jugendliche in MV das Programm der Bundesagentur für Arbeit. Es geht künftig  auch darum, das Potenzial bislang unausgebildeter Bewerber der 25- bis 34-Jährigen abzurufen. Dies sind in Mecklenburg-Vorpommern 7.000 Personen. Möglichkeiten für Unternehmen bestehen zudem in einem verbesserten Angebot von Praktikumsplätzen oder auch darin, gute Beispiele aus der Praxis bekannter zu machen.

Die Wirtschaft wächst und muss sich verstärkt um ihren Nachwuchs kümmern
Die Wirtschaft im Land kommt voran. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit 537.700 Menschen in Arbeit erreichte im August 2013 den höchsten Wert seit zehn Jahren. Neuansiedlungen sind in vielen Regionen zu verzeichnen. So haben  beispielsweise in der Region Vorpommern drei Unternehmen unlängst mit der Produktion begonnen. Das sind die ProLupin GmbH in Grimmen, das Schmierstoffwerk der Deutschen Ölwerke Lubmin und Biosanica im Vorpommerndreieck. Insgesamt werden mit den drei Ansiedlungen mehr als 60 neue Arbeitsplätze in Vorpommern entstehen.
Im Landesteil Mecklenburg entsteht in Schwerin das modernste Kaffeekapselwerk der Firma Nestlé in Europa mit mehr als 400 Jobs. In Selmsdorf hat das Unternehmen Romero & Nolte Fertigungstechnik sowie Rono Maschinenbau eine Halle gebaut und 65 Arbeitsplätze geschaffen. Das Unternehmen BGT Boizenburger Gummitechnik GmbH & Co. KG errichtet momentan eine Betriebsstätte zur Herstellung von Gummiprofilen in Boizenburg mit zwölf neuen Arbeitsplätzen. „Das sind positive Zeichen für die Entwicklung der heimischen Wirtschaft. Diese wächst und braucht Fachkräfte. Wer Fachkräfte braucht, muss diese auch rechtzeitig finden, ausbilden und mit klaren Perspektiven ans Unternehmen binden“, so Glawe weiter.

„Wer weiß, er wird zuhause gebraucht, bleibt hier oder kommt gern wieder zurück“
Der Wirtschaftsminister bezeichnete ein modernes Ausbildungsmarketing und attraktive Bedingungen für junge Fachkräfte als existenzielle Grundlage für die Zukunft der Unternehmen. „Diesen Prozess wollen wir auch weiterhin mit der Landesfachkräftekampagne gemeinsam mit den IHKs im Land flankieren. Wir werben intensiv um jeden Jugendlichen, sich für eine Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern zu entscheiden. Wer weiß, er wird zuhause gebraucht, bleibt hier oder kommt gern wieder zurück“, betonte Glawe.
In fast allen Branchen ist in diesem Jahr erneut das Ausbildungsangebot höher als die Nachfrage. Aktuell stehen rund 11.600 gemeldeten Stellen rund 8.800 gemeldete Bewerbern gegenüber. „Die besten Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten für eine Ausbildung liegen also direkt vor der Haustür. Diese Botschaft möchten wir zusammen mit unseren Partnern und unseren drei jungen Botschaftern noch stärker ins Land tragen“, sagte Glawe.


Mit dem Trainingsboard in die Zukunft schauen

Die Schulaktion ist Hauptbestandteil der Fachkräftekampagne als direkte Ansprache der Jugendlichen. „Dieser direkte Dialog mit den Schülern ist ebenso wie der Kontakt auf einer Berufsmesse oder im Praktikum unerlässlich, um ein Gefühl für die künftigen Herausforderungen im Berufsleben zu bekommen. Deshalb haben wir die Schulaktion noch interessanter gestaltet“, kündigte Glawe an.
Extra für den Besuch von Schulklassen mit erfahrenen langjährigen IHK-Berufsberatern wurde ein interaktives Trainingsboard entwickelt. Die drei Akteure Georgina Fock, Lisa Heidebruch und Martin Sommer sprechen die Schüler mit einer Videobotschaft persönlich an.

Mit den modular aufgebauten Arbeitsmaterialien können die Berufsberater flexibel auf die Vorbildung und die Interessen einer Schulklasse eingehen und sie zum Mitmachen motivieren. Themen sind dabei unter anderem Regionen in MV mit ihren Unternehmen und Branchen, eine Selbsteinschätzung der Teilnehmer „Woher weiß ich, was ich werden will und wo liegen meine Stärken?“ sowie der Weg vom Traumberuf zum Ausbildungsplatz. Das Trainingsboard stellt beispielhaft Tätigkeiten und benötigte Eigenschaften bestimmter Berufe vor und animiert zur eigenständigen Beschäftigung mit dem Wunschberuf. Darüber hinaus werden bedeutende Unternehmen in MV und deren Ausbildungskapazitäten vorgestellt sowie die Möglichkeiten der Kampagnenwebsite durchstarten-in-mv.de aufgezeigt.

IHK-Präsident Hans Thon begrüßte, dass mit diesem Instrumentarium auf nachhaltige Art und Weise der Kontakt mit den Schülern gesucht wird. „Auf diesem Weg werden die beruflichen Chancen im Land gut vermittelt und das Nachdenken über die eigene Zukunft angeregt.“ Seit Start der Schulaktion wurden 345 Schulklassen besucht und 6.900 Schüler erreicht.

Ziele der Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“
Mit Beginn des neuen Lehrjahres wurde die landesweite Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ neu gestartet, mobiler, interaktiver und frischer aufgestellt sowie noch besser den Bedürfnissen der einzelnen Zielgruppen angepasst. Hauptziel von „Durchstarten in MV“ ist, Informationsdefizite bei vielen jungen Menschen, Eltern, Großeltern und Lehrkräften hinsichtlich der positiven Wirtschaftsentwicklung im Land und den daraus resultierenden Chancen des Einzelnen abzubauen. Es geht darum, für Fachkräfte im Land zu werben und möglichst viele Menschen für eine Ausbildung, duale Berufsausbildung, ein Studium und eine anschließende Berufstätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern zu begeistern. Unternehmen rücken stärker in den Fokus und sollen ermuntert werden, offensiv mit geeigneten Maßnahmen ihren Fachkräftebedarf zu sichern.

Herzstück ist die Internetseite  www.durchstarten-in-mv.de mit dem „Azubi-Atlas“. Aktuell haben sich dort 1.184 Unternehmen mit ihren Ausbildungsstellen und Praktikumsplätzen eingetragen. Der Azubi-Atlas wurde rund 510.000 Mal aufgerufen. Er hat sich zu einer der beliebtesten Suchmaschinen für Ausbildungsberufe im Land entwickelt. Weitere Schwerpunkte sind neben der Schulaktion die Teilnahme an Messen und Veranstaltungen und die Ansprache und der Austausch in den sozialen Medien.

Die Informationsoffensive wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Industrie- und Handelskammern MV finanziert. Das Wirtschaftsministerium möchte in Kooperation mit den IHKs dem Fachkräftemangel entgegenwirken und für einen Berufsstart in MV werben.

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