Die meisten ausländischen Abschlüsse werden anerkannt

Das Statistische Bundesamt hat Mitte Oktober erstmalig eine Statistik zum Anerkennungsgesetz des Bundes zu im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen vorgelegt. Danach wurden von den im Zeitraum April 2012 bis Dezember 2012 von bundesweit rund 11.000 gemeldeten Verfahren zum Stichtag 31. Dezember 2012 bereits nahezu Dreiviertel (rund 8.000) entschieden.
Der ganz überwiegende Teil (82 Prozent) davon wurde mit einer vollen Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen beendet. Diese Abschlüsse sind den deutschen Referenzberufen vollständig gleichwertig. Die Ablehnungsquote lag insgesamt bei nur 6,5 Prozent.

Besonders groß war das Interesse an einer Anerkennung im Bereich der sogenannten reglementierten Berufe, bei denen die Anerkennung Voraussetzung für die Berufsausübung ist. Darauf beziehen sich rund 80 Prozent der gestellten Anträge. Der Schwerpunkt lag dabei auf den medizinischen Gesundheitsberufen, insbesondere bei Ärzten, Krankenpflegern und Krankenschwestern. Aus dieser Berufsgruppe stammten allein 6.837 der 7.458 positiv beschiedenen Anträge, darunter 5.121 von Ärztinnen und Ärzten.
In diesen Berufen sind in Deutschland bereits erhebliche Engpässe zu verzeichnen.

Rund 20 Prozent der Anträge betreffen die nicht-reglementieren Ausbildungsberufe im dualen System wie zum Beispiel Kaufmann, Mechaniker oder Elektroniker. Die Anerkennung ist hier zwar nicht Voraussetzung für die Berufsausübung, sie vergrößert jedoch die Chancen auf eine adäquate Beschäftigung und einen beruflichen Aufstieg. Neben der großen Anzahl an vollen Gleichwertigkeitsbescheiden wurden den Antragstellenden auch Teile der Qualifikation als gleichwertig anerkannt. Auch durch diese Teilanerkennung wird der Arbeitsmarktzugang verbessert.

Das am 1. April 2012 in Kraft getretene Anerkennungsgesetz des Bundes umfasst nur bundesrechtlich geregelte Berufe. Für wichtige Berufsgruppen wie Lehrer und Ingenieure sind die Länder zuständig. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka forderte die Unternehmen auf, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu motivieren, ausländische Qualifikationen anerkennen zu lassen.

Weitere Informationen im Anerkennungsportal unter www.anerkennung-in-deutschland.de.

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