Übernahme, persönliche Beratung und Wertschätzung

Die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern hat 958 Schülerinnen und Schüler danach befragt, was ihnen vor der Ausbildung, bei der Organisation der Ausbildung und an materiellen Bedingungen wichtig ist, welche Informationsquellen sie nutzen und wie wichtig das Image einer Firma ist.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick: Für 85 Prozent ist ein Praktikum ein wichtiges Entscheidungskriterium, um den Wunschberuf zu finden. Unternehmen sollen dies als wesentliche Chance der Azubiwerbung verstehen und deshalb das Praktikum sehr ernst nehmen und die Schüler bestmöglich in berufliche Abläufe integrieren. Wurde der Ausbildungsvertrag schon früh abgeschlossen, heißt es unbedingt Kontakt halten. 71 Prozent schätzen dieses Interesse sehr.

Wohnortnahe Ausbildung ist wichtig – aber nicht alles. Generell sind die Ausbildungsbewerber mobil und wägen noch andere Kriterien ab. Wenn beispielsweise Arbeitszeit und Freizeitausgleich geregelt sind, sind Überstunden ab und an kein Problem.
95 Prozent der Befragten erwarten Wertschätzung als Auszubildender, auch wenn es mal einen Fehler gibt. Der immer mögliche Kontakt zu den Ausbildern – in fachlichen aber auch persönlichen Fragen – der „Kümmerer“ –, gewinnt an Bedeutung.

Ausbildungsvergütung ist nicht alles, aber ohne kostendeckende Vergütung ist alles nichts. Lange Wege zur Berufsschule und notwendige Unterkunft für immer mehr Azubis, da ist finanzielle Unterstützung gewünscht. Solange das Land hier nicht einspringt, haben Betriebe in der Fläche einen klaren Standortnachteil und müssen notgedrungen in Vorkasse gehen.

Persönliche Beratung steht für die Bewerber auf der Agenda ganz oben. Messen, Schuleinladungen, Tage der offenen Tür usw. zur Information müssen Unternehmen deshalb fest in das Azubimarketing einplanen. Die Homepage der Unternehmen hat für die Befragten eine hohe Bedeutung für die Erstinformation zum Betrieb und den Berufen. Aktualität und Verständlichkeit der Inhalte sind dort sehr wichtig. Erstaunlich: Soziale Medien zur Information – total überschätzt. Schülerinnen und Schüler sehen hier keine Priorität.

Ausbildungsverantwortung wahrnehmen, am Standort gut vernetzt sein, Mitarbeiter und Azubis zu Botschaftern des Unternehmens machen, trägt zur Imagepflege bei. Schüler schätzen den „guten Ruf“ bei der Wahl „Ihres“ Ausbildungsbetriebes.

Für die Wahl des Ausbildungsplatzes spielt die Frage der Übernahme nach der Ausbildung bereits eine zentrale Rolle. Für 91 Prozent ist das ein mindestens wichtiges Auswahlkriterium. Genauso wichtig – gute Aufstiegschancen. Hilft dann der Betrieb noch bei der Karriereplanung, ist für den Schüler alles perfekt!

Eine solche Umfrage fand erstmals in Mecklenburg-Vorpommern statt. Es nahmen Schülerinnen und Schüler der Vorabgangs- und Abgangsklassen aus 19 Schulen aller Schulformen in der gesamten IHK-Region Neubrandenburg teil. Sie sollten 40 Fragen zum gesamten Ausbildungsverlauf beantworten.

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