Julia Schüler

Bild zum Portrait von Julia Schüler

"Ich bin hier durchgestartet, weil … ich hier außer Familie und Freunden auch meine Freizeitbeschäftigung habe."




Nach dem Abitur hatte Julia Schüler aus Samtens auf Rügen zunächst ein Studium ins Auge gefasst. Als sie den gewünschten Platz nicht bekam, trat ihr „Plan B“ in Kraft: eine duale Ausbildung. Freunde hatten ihr erzählt, dass Groß- und Außenhandelskaufleute einen abwechslungsreichen Beruf mit viel Kundenkontakt haben – genau nach Julias Geschmack. Sie lernt im 3. Jahr beim Handelshof Vorpommern in Grimmen in der Fachrichtung Großhandel.

 

„Ich bin beim Stahl gelandet. Jeder Azubi durchläuft nach und nach alle Abteilungen bei uns, also Bau- und Werkstoffe, Heizung/Sanitär/Lüftung, Stahl und Elektro. Dann kann man sich entscheiden, wo es einem am besten gefallen hat.

Wir verkaufen in erster Linie an Handwerker und andere Unternehmer, also weniger an Endverbraucher. Außerdem kaufen wir zum Beispiel den Stahl direkt in den Werken ein. Außer der Rechnungsstellung erledige ich alles selbst. Dadurch unterscheidet sich mein Beruf vom Einzelhandelskaufmann. Ich habe hauptsächlich per Telefon oder Fax Kontakt mit den Kunden, nehme Bestellungen entgegen, erstelle Angebote, überwache die Auslieferung. Manche schreiben einfach auf, was sie brauchen, fotografieren die Liste und senden sie per Whatsapp an uns. Einige Monate war ich in unserer Bad-Ausstellung in Greifswald, wo wir beraten und mit 3D-Planung arbeiten. Dort hatte ich die Kunden dann auch mal direkt vor mir.


Der Handelshof bildet für den eigenen Bedarf aus, das heißt, wenn nichts dazwischen kommt, habe ich nach dem Abschluss meinen Arbeitsplatz sicher. Das hat für mich auch eine Rolle gespielt, als ich mich beworben habe. Ich wohne nach wie vor auf Rügen und fahre jeden Tag nach Grimmen. Für eine Ausbildung aus meiner Heimat weggehen wollte ich nicht – zum einen wegen Familie und Freunden, aber auch wegen meiner Freizeitbeschäftigung: Ich bin bei der Freiwilligen Feuerwehr.“