Sven Sielaff

Bild zum Portrait von Sven Sielaff

"Ich bin hier durchgestartet, weil ich hier gutes Geld verdiene."


Milchtechnologe – das ist ein Beruf mit Zukunft, weiß Sven Sielaff aus Wismar. Der Bedarf ist groß, aber es gibt wenig Nachwuchs. Interessant, abwechslungsreich und anspruchsvoll ist die Arbeit außerdem – genau das Richtige für den 28-Jährigen, der im zweiten Lehrjahr in Rückers Ostseemolkerei in Wismar lernt.

Mein Traumberuf direkt nach der Schule war Maler und Lackierer. Das habe ich auch gelernt, aber leider nach dem Abschluss keine Arbeit gefunden. Ein paar Jahre habe ich mal hier, mal da gearbeitet, war auch vier Jahre beim Bund. Aber dann wollte ich was Richtiges finden – einen Job, mit dem man alt werden kann. Durch Zufall habe ich vom Beruf des Milchtechnologen erfahren. Das ist nicht für jeden was – man muss schon körperlich wie geistig fit sein. Hier in Wismar bin ich hauptsächlich in zwei Abteilungen: dem Maschinenraum und der Käserei. Im Maschinenraum wird laufend alles überprüft und dokumentiert: Milchmengen, Sauberkeit der Tankwagen, Produktzustand. Wir ziehen Proben von dem, was gerade hergestellt wird – in unserem Fall Käse. Wir stellen Rohrleitungen um, per Computer oder per Hand. Man braucht eine Menge technisches Verständnis. Am Anfang waren all die Rohre ziemlich verwirrend, aber nach und nach kommt man dahinter, welches woher kommt oder wohin führt und warum. In der Käserei befüllt man die Maschinen und überwacht sie. Auch hier wird ständig geprüft, ob alle Werte in Ordnung sind, die Festigkeit des Käses gleich bleibt oder der nächste Produktionsschritt vorbereitet ist. Man bekommt schon hier ´ne Menge Kenntnisse mit, die dann in der Berufsschule nochmal drankommen. Alle hier wissen sehr gut Bescheid, man kann jeden fragen. Wir arbeiten in drei Schichten – daran gewöhnt man sich, und es gibt richtig gut Geld. Nach der Lehre werden wir garantiert für ein Jahr übernommen, dann wird man weitersehen. Ich könnte auch in anderen Lebensmittelbetrieben arbeiten, in denen ähnliche Anlagen stehen. Von hier weg gehe ich nicht, wenn ich nicht muss. Höchstens mal für ein paar Monate in die Schweiz, wo auf der Alm noch von Hand gekäst wird – das finde ich wahnsinnig spannend. Aber ansonsten gefällt mir unser Land, meine Familie ist hier, und ich habe gute Perspektiven. Vielleicht mache ich später noch eine Weiterbildung zum Betriebswirt in der Milchwirtschaft oder meinen Meister.