Bewerbungstipps

Du hast den passenden Ausbildungsberuf für dich gefunden – dann gilt es jetzt, das Unternehmen von dir zu überzeugen. Diese Bewerbungstipps können dir dabei helfen. 

Du weißt noch nicht, welcher Ausbildungsberuf der Beste für dich ist?

Dann …

frage deine Eltern, Geschwister oder Freunde, welchen Beruf sie dir empfehlen würden und warum. 

… nimm an Ausbildungs- oder Berufsmessen teil. Dort kannst du in persönlichen Gesprächen gute Anregungen zu Berufsbildern und Ausbildungsbetrieben finden. Die Messen sind meist kostenlos und viele spannende Unternehmen stellen sich vor.

… besuche Tage der offenen Tür bei Unternehmen. Hier kannst du Betriebe besichtigen, dich genauer informieren und direkt vor Ort mit Ansprechpartnern Kontakt aufnehmen.

… führe einen Berufseignungstest durch und finde mehr über deine persönlichen Stärken heraus und wie du sie am besten in einem Beruf einbringen kannst. (Einen kostenlosen Test gibt es zum Beispiel im BERUFE-Universum der Bundesagentur für Arbeit)

… nutze verschiedene Praktika und Ferienjobs. Diese ermöglichen dir erste Einblicke ins Arbeitsleben und helfen herauszufinden in welche Richtung es gehen soll und was dir Spaß macht.

… schau dich auf unserer Seite bei den Ausbildungen von A-Z genauer um und entdecke ein paar Berufsbbilder, die du interessant findest.

Eine gute Nachricht vorweg: Je sicherer du dir mit der Wahl deines Wunschberufes bist, umso leichter fällt dir das Schreiben deiner Bewerbung!

So speziell wie die verschiedenen Ausbildungsberufe und so unterschiedlich wie die Menschen, die die Berufe ausüben, sind auch die  Möglichkeiten wie deine Bewerbung aussehen kann! Deshalb stellen wir dir hier keine Bewerbungsmuster zur Verfügung, sondern möchten dir mit hilfreichen Tipps zu deiner persönlichen Bewerbungsmappe verhelfen:

  1. Verleihe deiner Bewerbung eine persönliche Note und lass dich von deinen Eltern oder erfahrenen Freunden beraten. Sie können bei der Wortwahl helfen und mit dir gemeinsam an den letzten Feinschliffen arbeiten.
  2. Eine Bewerbungsmappe besteht aus einem persönlichen Anschreiben, deinem Lebenslauf mit einem Foto von dir, deinem Motivationsschreiben und deinem letzten Schulzeugnis.
  3. Beginne mit dem Schreiben deines Lebenslaufes – das fällt meistens am leichtesten, weil du dort stichpunktartig die Stationen in deinem Leben aufführst, bei denen du dir bestimmte Fähigkeiten angeeignet hast. Ist dein Lebenslauf fertig, ist fast die Hälfte geschafft!
  4. Wähle ein Foto von dir aus, auf dem du dir selbst gefällst. Es muss nicht immer ein professionell fotografiertes Bild sein – es sollte aber auch nicht zu privat sein. Vielleicht schlüpfst du schon einmal in die Rolle deines Berufes und lässt dich so von jemandem fotografieren.
  5. Achte beim Anschreiben darauf, dass du es an den richtigen Empfänger sendest. Vermeide Anreden wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ – das klingt sehr unpersönlich. Wenn du dir nicht sicher bist, rufe vorher bei dem Unternehmen an und erfrage, wer Bewerbungen im Unternehmen entgegennimmt.
  6. Das Motivationsschreiben ist sozusagen das Herz deiner Bewerbung. Hier schilderst du in einem zusammenhängenden Text, warum gerade du die richtige Person für diesen Ausbildungsplatz bist.
  7. Informiere dich vorab über das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst. So hast du die Möglichkeit, im Motivationsschreiben auf gewisse Themen einzugehen, die du vom Unternehmen weißt und kannst damit dein Interesse unterstreichen.
  8. Orientiere dich beim Entwerfen deiner Bewerbung an dem Erscheinungsbild der Berufsgruppe, für die du dich bewirbst. Lege zum Beispiel bei einem kaufmännischen Beruf besonderen Wert auf eine klare Form und eine gewählte Ausdrucksweise. Bei kreativen Berufen kannst du dich ruhig schon mal in der Gestaltung deiner Mappe ein bisschen entfalten.
Es kommt sehr gut an wenn du deine Bewerbung persönlich beim Unternehmen vorbei bringst. Damit beweist du Mut und zeigst, dass du wirklich sehr an dem Ausbildungsplatz interessiert bist.

Viele Unternehmen haben den Bewerbungsprozess digitalisiert. Auch hier sendest du deinen Lebenslauf mit einem Foto, das Anschreiben, deine Zeugnisse und persönliche Qualifikationsnachweise. Bei einer E-Mail-Bewerbung sollte man diese Hinweise beachten:

  1. Eine seriöse E-Mail Adresse als Absender wählen. Diese sollte idealerweise so aussehen: vorname.nachname@e-mailanbieter.de
  2. Einen aussagekräftigen Betreff formulieren.
  3. Den richtigen Ansprechpartner auswählen.
  4. Achte auf die Auflösung und die Formate deiner Unterlagen, die du versendest. Die Dateien sollten nicht schief eingescannt sein und auch nicht zu groß. Das PDF-Format kann an jedem Rechner geöffnet werden und ist daher die beste Möglichkeit deine Anlagen zu verschicken.
  5. Die Dateinamen deiner Anhänge sollten richtig beschriftet sein.
  6. Wichtig ist auch deine handschriftliche Unterschrift oder eine Signatur die du bei deiner E-Mail-Bewerbung einfügen solltest.
  7. Nicht zu vergessen deine eigene Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer auf allen Dokumenten, z.B. als Fußzeile.
  8. Prüfe deine Rechtschreibung.
  9. Verzichte auf ausgefallene Schriftarten. Mit einer klassischen Schriftart, die gut lesbar ist, bist du auf der sicheren Seite.
  10. Falls du vorgefertigte Bewerbungsformulare zu einer ersten Kontaktaufnahme im Internet finden solltest, nutze diese als Hilfe aber ergreife Eigeninitiative und versuche nicht den Standarttext zu übernehmen. Stelle dich vor, beschreibe kurz deine Person und warum genau du der Richtige/die Richtige für den Ausbildungsplatz bist.
  11. Bevor du deine E-Mail-Bewerbung an deinen zukünftigen Arbeitgeber sendest, schicke dir selbst, deiner Familie oder Freunden eine Test-E-Mail. So kannst du noch einmal die Form prüfen und testen, ob sich alle Anlagen problemlos öffnen lassen.

Nachdem du deine E-Mail-Bewerbung verschickt hast, heißt es regelmäßig dein Postfach checken, um unverzüglich auf Rückmeldungen der Ausbildungsbetriebe reagieren zu können.

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste Hürde genommen. Das Vorstellungsgespräch bietet dir zwei entscheidende Möglichkeiten: Du kannst deinen potenziellen zukünftigen Arbeitgeber und das Unternehmen kennenlernen und dich von deiner besten Seite präsentieren.

Je besser du vorbereitet bist, desto geringer ist deine Nervosität vor dem Gespräch. Es kann helfen das Gespräch vorab einmal mit deinen Eltern, Geschwistern oder Freunden zu proben. Informiere dich gründlich und schreibe deine Rechercheergebnisse auf. Folgende Informationen solltest du herausfinden:

  • Firmenname und Rechtsform (z.B. AG, GmbH)
  • Anzahl der Mitarbeiter
  • Standort(e) (Gibt es vielleicht auch mehrere Filialen?)
  • Unternehmensgeschichte
  • Aktuelle Projekte des Unternehmens
  • Aktuelle Nachrichten oder Pressemitteilungen
  • Soziales Engagement des Unternehmens

Im Vorstellungsgespräch könnten dir Fragen zum Unternehmen gestellt werden, um herauszufinden, wie gut du dich vorbereitet hast. Genau wie du wahrscheinlich der/die einzigartige Bewerber/in sein möchtest, möchte auch das Unternehmen das Gefühl haben, dass du ausschließlich bei ihnen deine Ausbildung machen möchtest.

Du solltest dich auch darüber informieren was genau hinter dem Ausbildungsberuf steckt, für den du dich bewirbst. Du kannst gut punkten, wenn du eine Vorstellung hast, was deine Aufgaben sein könnten.

Der erste Eindruck zählt! Noch bevor das Gespräch beginnt, spricht dein äußeres Erscheinungsbild (hoffentlich) für dich. Hier ein paar Tipps von Kopf bis Fuß:

  • Die Haare sind gewaschen und gekämmt.
  • Zähne sind geputzt, der Atem riecht frisch und ein Kaugummi ist nicht nötig.
  • Eventuelle Piercings und Tattoos sind kaschiert.
  • Weniger ist manchmal mehr – das trifft vor allem auf den Einsatz von Kosmetik zu.
  • Die von dir sorgfältig ausgewählte Kleidung ist sauber und gebügelt.
  • Hosen sollten immer lang sein und Röcke niemals zu kurz!
  • Gedeckte Farben wirken meist professioneller. Accessoires als passende Farbtupfer lockern das Ganze auf.
  • Saubere und bequeme Schuhe, mit denen du gut zu Fuß bist, runden den perfekten ersten Eindruck ab.
  • Lass die Schultern nicht hängen, eine selbstbewusste Körperhaltung kommt gut an.
  • Dein Lieblingsaccessoire (dein Handy) sollte natürlich ausgeschaltet sein!

Es kann helfen wenn du dein gewähltes Outfit vorher Probe trägst, denn es kommt auch darauf an mit welcher Selbstverständlichkeit du deine Kleidung präsentierst. Du kannst auch deine Eltern, Geschwistern oder Freunde fragen, was sie von deinem Look halten.

Neben den Fragen zum Unternehmen werden dir sehr wahrscheinlich auch Fragen zu deiner Person gestellt. Hier ein paar Beispiele, auf die du dich vorbereiten kannst:

  • Was waren Ihre Lieblingsfächer in der Schule und warum?
  • Welche Hobbys haben Sie?
  • Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
  • Wo liegen Ihre persönlichen Stärken? Und was sind Ihre Schwächen?
  • Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor? 

Es kann auch vorkommen, dass Unternehmen dir völlig ungewöhnliche Fragen stellen. Versuche sie in jedem Fall zu beantworten. Jede Antwort ist besser als keine.

Auch du solltest dir ein paar Fragen überlegen, denn am Ende eines Vorstellungsgespräches wird der Bewerber noch einmal gefragt: „Haben Sie noch Fragen an uns?“. Folgende Fragen könntest du stellen (aber denke dir auch selbst welche aus!):

  • Mit wem würde ich zusammenarbeiten?
  • Welche Berufsschule würde ich besuchen und wie sind die Berufsschulzeiten?
  • In welchen Abteilungen könnte ich eingesetzt werden?
  • Welche Weiterbildungschancen bestehen während und nach der Ausbildung?
  • Gibt es noch weitere Auszubildende im Unternehmen?
  • Wie sehen die Übernahmechancen nach der Ausbildung hier aus?
  • Wann darf ich mit Ihrer Entscheidung rechnen?

Gehe dieses Fragen-Antwort Spiel mit deinen Eltern, Freunden oder Bekannten durch. Das hilft dir selbstbewusster im Gespräch aufzutreten.

Nicht jedes Unternehmen führt während des Bewerbungsprozesses einen Einstellungstest durch. Doch der Einstellungstest ist eine sehr gute Möglichkeit für Ausbilder, dein Können und deine Berufseignung objektiv zu überprüfen.

Vor der Einladung zum Einstellungstest brauchst du keine Angst zu haben wie vor einer Klassenarbeit. Im Gegenteil! Diese Einladung zeigt dir, dass du in die engere Auswahl gekommen bist.

Es gibt verschiedene Arten von Tests:
 
Allgemeiner Kenntnistest:
Hierbei werden Fragen zum Allgemeinwissen gestellt und das geprüft, was du in der Schule gelernt hast.
 
Intelligenztest:
Er testet zum Beispiel logisches Denken (meist unter Zeitdruck), Merkfähigkeit oder räumliches Denken.
 
Konzentrations- oder Belastbarkeitstest:
Mit diesen Tests wird geprüft, ob du Aufgaben schnell und trotzdem gründlich erfüllen kannst. Hier heißt es meist Ruhe bewahren, um zu zeigen, dass du mit Stress und Zeitdruck umgehen kannst.
 
Fähigkeitstest:
Für kaufmännische, handwerkliche und technische Berufe wenden manche Unternehmen spezielle Eignungsübungen an, die auf den jeweiligen Beruf zugeschnitten sind.
 

Du merkst vielleicht schon selbst – auf derartige Tests kann man sich kaum vorbereiten und etwas auswendig lernen. Das ist auch nicht nötig. Denn der Test zeigt auch dir, ob du in diesem Beruf richtig bist und gibt dir die Sicherheit, dass dir die Ausbildung auch Spaß machen würde.