Jennifer Langheinrich

Fertigungsmechaniker/in

Ich bin hier durchgestartet, weil weil Mecklenburg-Vorpommern einfach schön ist.
Ein Mädchen mit einem Schweißgerät in den ölverschmierten Händen – das ist auch bei der LTA Anlagentechnik in Brüsewitz nahe Schwerin nicht alltäglich. Jennifer Langheinrich hat hier Fertigungsmechanikerin gelernt, soeben ihre Ausbildung ein halbes Jahr vorfristig abgeschlossen und sofort einen festen Job bekommen. Für die 20-Jährige aus Gadebusch war diese Berufswahl die absolut richtige Entscheidung.

Zuerst wollte ich Krankenschwester werden, später habe ich eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin angefangen. Aber das war nicht das Richtige für mich – ich wollte lieber was Technisches machen, wo ich mich auch bewegen kann. Ich bastle gern rum, und ich hab auch kein Problem damit, mir die Hände dreckig zu machen. Deshalb hatte ich mich bei der LTA beworben und wurde auch genommen. Bin aber in meiner Berufsschulklasse das einzige Mädchen, und auch im Betrieb sind außer mir nur drei oder vier Frauen in der Produktion.
Die Arbeit als Fertigungsmechaniker ist echt abwechslungsreich, wir sind praktisch Mädchen für alles in einem Metallbetrieb: Wir können zerspanen, sägen, bohren, schweißen, beschichten, montieren, haben auch ein bisschen mit Konstruktion zu tun – das wird nie langweilig. Außerdem bekommen wir ja immer unterschiedliche Aufträge rein. Bei der LTA bearbeiten wir Metallteile von ein paar Zentimetern bis zu acht Metern Länge. Das Einzige, wobei ich die Hilfe der Männer brauche, ist, wenn ein Teil einfach zu schwer zu heben ist. Aber die Acht-Meter-Träger für Lkws können auch sie natürlich nicht alleine bewegen.
Am Anfang der Lehre haben die Jungs schon ein bisschen komisch geguckt, wenn ich als Mädchen unten in der Fertigungshalle war statt oben in der Verwaltung. Aber das hat sich fix gegeben.
Als Schülerin habe ich oft am Girl's Day teilgenommen. Ich finde gut, dass es den gibt. So kann man mal reingucken, wie sich die Männerberufe anfühlen. Und ich glaube, dass sich so langsam doch ein paar mehr Mädchen für so eine Richtung entscheiden.