Paul Reinholz

Müller/in - Verfahrenstechnologe/-in in der Mühlen- u. Futtermittelwirtschaft

Ich bin hier durchgestartet, weil ich unter besten Voraussetzungen und im Kreise von Freunden und Familie meine Ausbildung absolvieren konnte.
Und zwar direkt in seiner Heimatstadt Jarmen. Dabei ist Paul ein echter Weltenbummler. Nach der Ausbildung zog es den 20-Jährigen in die Ferne. Genauer gesagt nach Cascavel in Brasilien. Hier arbeitete er im Rahmen des Austauschprojektes „CETABA“ in einer ansässigen Mühle. Eine Chance, die sich ihm als ausgebildeter Müller – Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft bot. Seine Leidenschaft für den Beruf hat er schon früh entdeckt. „Zu meiner Ausbildung bin ich durch ein Schülerpraktikum in der achten Klasse gekommen und nach zwei Wochen war für mich klar: Ich werde Müller. Es gab keine Alternative. Müller oder nichts.“

Während seiner dreijährigen Ausbildung in der Nordland Mühlen GmbH lernte Paul alles was der moderne Müller von heute wissen muss. Vom Proteingehalt des Getreides über die fachgerechte Lagerung bis hin zur Bedienung der Maschinen. „Ich denke mal das Klischee eines typischen Müllers, mit dem Sack auf dem Rücken buckelnd durch die Mühle zu laufen, sollte man gänzlich aus den Köpfen streichen. Das ist einfach nicht mehr real. Heutzutage sind Müller in meinen Augen Experten in ihrem Gebiet.“

Dass Paul ein Experte ist, hat er auch beim „MühlenMasters“ im Herbst 2016 bewiesen. Bei dem Leistungswettbewerb des Verbandes deutscher Müller treten jedes Jahr die zehn besten Nachwuchsmüller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeneinander an. Wer sich am Ende beim Einstellen von Weizenstühlen oder bei Laboruntersuchungen durchsetzt, darf den begehrten Titel mit nach Hause nehmen. Paul hat zwar nur den dritten Platz belegt, ist aber immer noch der beste deutsche Nachkömmling der Müllerei. Beflügelt von diesem Erfolg reiste Paul im Januar 2017 nach Brasilien. Ermöglicht wurde ihm der international anerkannte Studienaustausch durch den Schulleiter seiner Berufsschule in Stuttgart. Gemeinsam mit seinen Kollegen untersuchte er im Labor Mehl- und Getreideproben, um Rückschlüsse auf deren Qualität treffen zu können. Eine Aufgabe, die der junge Müller aus Jarmen in der Nordland Mühlen GmbH von der Pike auf gelernt hat. Hierher konnte er nach der Reise wieder zurückkehren. „Ich habe im Vorfeld mit meinem Chef gesprochen und er meinte, dass seine Türen offen stehen. Ich hatte einen reibungslosen Ablauf.“

Als Facharbeiter überwacht er den gesamten Produktionsprozess. Dazu gehören die Qualitätsprüfung des angelieferten Getreides, dessen Verarbeitung sowie die Behebung von Störungen im System. Ziel ist es, ein hochwertiges Mehl- und Schrotprodukt für Bäckereien und die Industrie zu gewährleisten, welches für die Herstellung von Nudeln oder Brot benötigt wird. Also für Grundnahrungsmittel, die in der ganzen Welt auf den Tisch kommen. Das ist auch der Antrieb für Pauls Arbeit. „Statistisch gesehen gibt es immer weniger Mühlen und die Bevölkerung wächst stetig an. Es ist schwierig Leute zu finden, die Lust darauf haben die Ausbildung zu machen. Einfach, weil das Klischee des Müllers so tief in den Köpfen verankert ist.“ Paul hofft darauf, junge Menschen für einen der wohl ältesten und wichtigsten Berufe begeistern zu können. In Sachen eigener Zukunft denkt er darüber nach in Richtung Mühlenbau und Entwicklung zu gehen.

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