Sebastian Moll

Müller/in - Verfahrenstechnologe/-in in der Mühlen- u. Futtermittelwirtschaft

Ich bin hier durchgestartet, weil ich einen seltenen Beruf erlernen durfte.
Und das direkt vor der Haustür in Jarmen. Nur zweihundert Meter von Sebastians Wohnort entfernt befindet sich die Nordland Mühlen GmbH. Ein Traditionsunternehmen, das seit 1907 regionale Mehl- und Schrotprodukte herstellt und zu GoodMills, der größten Mühlengruppe Europas gehört. Hier hat Sebastian seine Ausbildung zum Müller – Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft absolviert. Ein Beruf, der längst nichts mehr mit weißer Zipfelmütze und schweren Säcken auf dem Rücken zu tun hat. Der Müller von heute ist ein Technikexperte.

Sebastian ist für den reibungslosen Produktionsablauf in der ehemaligen Kunstmühle verantwortlich. Zu seinen Aufgaben gehören nicht nur die Warenannahme, das Durchführen von Qualitätsproben und die Einlagerung des angelieferten Getreides, sondern auch das Bedienen der Technik. Um das Getreide zu vermahlen müssen die hochmodernen Maschinen genau eingestellt und ständig überwacht werden. Falls nötig, muss der 20-Jährige auch Reparaturen vornehmen. Langeweile kommt daher selten auf. „Es ist ein abwechslungsreicher und interessanter Beruf. Man hat viel mit Maschinen zu tun. Sicher ist es manchmal staubig, aber das gehört eben dazu. Dafür gibt es keine schwere körperliche Arbeit, sodass man in dem Beruf alt werden kann. Es ist ein gut bezahlter Beruf mit Zukunft!"

Zukunft auch deswegen, weil es nur wenige ausgebildete Fachkräfte gibt und sich eines wohl niemals ändern wird, ob nun maschinell oder traditionell hergestellt: Ohne Mehl gibt es kein Brot auf dem Tisch. Und das zählt schließlich zu den Grundnahrungsmitteln auf der ganzen Welt. Ein Müller mit Know-how ist überall gerne gesehen. Wenn er in der einen Mühle keinen Platz findet, dann eben in der nächsten. Nicht umsonst heißt es: „Das Wandern ist des Müllers Lust.“ Manch einen zieht es sogar in die Ferne. Den Gedanken ins Ausland zu gehen findet auch Sebastian reizvoll. Am liebsten nach Amerika. Zuvor will der Mecklenburger noch Erfahrungen als Fachkraft sammeln und sich weiterbilden. Wozu auch die Eile. Schließlich hat er gerade erst seine Prüfungen abgeschlossen. Ein wenig Großstadtluft konnte er allerdings schon in der Berufsschulzeit schnuppern. Zwei Mal im Jahr reiste Sebastian für sechs bis sieben Wochen nach Stuttgart. Was für ihn anfangs eine Herausforderung darstellte, ist heute eine Erfahrung, die er nicht mehr missen will: Neue Umgebung, neue Freunde und die volle Unterstützung des Betriebes. Die Nordland Mühlen GmbH übernimmt für ihre Azubis die Kosten für das Internat, die Lehrmaterialien sowie Fahrten. Außerdem schlüpfen die Nachwuchsmüller immer wieder in die Rolle eines Bäckers. Die Herstellung von Roggenbrot und Hefezöpfen steht neben Analysen im Labor auf dem Stundenplan. Ein guter Müller muss halt wissen auf welche Produkt-Eigenschaften es in der Backstube ankommt. Nach drei Ausbildungsjahren weiß das auch Sebastian. Er ist eine perfekte Mischung aus Techniker, Kontrolleur und Chemiker.

Sebastian ist in Jarmen durchgestartet. Vielleicht zieht es ihn irgendwann mal in die weite Welt hinaus. Seine Ausbildung im Heimatort weiß er jedoch zu schätzen. „Es ist schon wichtig, dass man erst einmal einen festen Baustein hat mit dem man anfangen kann und nicht immer gleich so weit weg muss. Vor allem, wenn man nicht der Typ dafür ist. Ich kenne halt viele hier und bin mit ihnen groß geworden.“

Was ist mit DIR? Wo zieht es dich hin?

Wie wär´s mit einem Praktikum als Müller/in? Schau dir unser Video an, und finde heraus, ob hier deine eigene Durchstarter-Geschichte beginnen könnte.

Ausbildungsangebote in Mecklenburg-Vorpommern